Continuum of Care School (CCSchool)

Projektbeschreibung:

Die Schule ist das Gesundheitssystem der Kinder. Hier fallen sie auf und hier sollten sie behandelt werden. Aufsuchende Behandlung ist in Deutschland seit der Einführung des PsychVVG am 01.01.2017 möglich. Mit Continuum of Care School soll nur evaluiert werden, inwieweit frühzeitige Diagnostik und Intervention bei von seelischer Behinderung bedrohten Kindern und Jugendlichen in der Schule – dort wo die Probleme entstehen und in aller Regel erstmals auch beobachtet werden – verhindern kann, dass psychische Erkrankungen sich manifestieren, chronifizieren und zu stationären Aufnahmen führen. Für das Projekt werden CCSchool-Therapeuten in einem Online-Kurs ausgebildet: Eine Voraussetzung, um an der Studie teilnehmen zu können, ist die Teilnahme an einer E-Learning-basierten Schulung zur Durchführung der Diagnostik und der schulbasierten Interventionen. Das E-Learning umfasst ca. 18 Einheiten à 45 min. Im Rahmen des Kurses werden alle Ablaufschritte der Durchführung der schulbasierten Interventionen anhand von Textmaterialien, Videos und Übungen erklärt sowie die notwendigen Materialien zum Download zur Verfügung gestellt.

Medizinische Fachrichtung:

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Ziel des Projektes:

CCSchool verfolgt drei Ziele:

  • Verringerung voll-/teilstationärer Behandlungen aufgrund psychischer Erkrankungen
  • Verbesserung der Teilhabe von Patienten/innen insbes. in Schule und Ausbildung
  • Steigerung der Lebensqualität von Betroffenen und ihren Familien

Um diese Ziele zu erreichen, wird eine neue Versorgungsform erprobt, die den Aufbau regionaler Netzwerke von Leistungserbringern umfasst und die Durchführung einer Therapie für Kinder und Jugendliche mit (drohender) seelischer Beeinträchtigung im Schulalltag ermöglicht. Das Versorgungsprogramm umfasst drei Komponenten:

  • Prozess A: standardisierte Diagnostik, die die Art der (drohenden) seelischen Behinderung identifiziert und medizinische Therapiemaßnahmen aufzeigt
  • Prozess B: schulbasiertes therapeutisches Assessment mit Beobachtung des Kindes oder Jugendlichen im schulischen Umfeld
  • Prozess C: schulbasierte Behandlung wie beispielsweise Anti-Stigma- oder Anti-Mobbing-Training, Skills-Training oder auch Good Behavior Game

CCSchool wird zunächst in 20 Stadt- und Landkreisen angeboten, in denen je 5-7 Behandlungsverantwortliche (Ärzte/innen und Psychotherapeuten/innen) und je 5-7 CCS-Therapeuten/innen (z.B. Sozialpädagogen/innen, Sozialarbeiter/innen, Psychologen/innen) rekrutiert werden, um die circa 1.800 Patienten/innen, die an CCSchool teilnehmen werden, zu behandeln.

Zielgruppe:

Kinder und Jugendliche im Alter von 6-18 Jahren

Projektleitung:

Prof. Dr. med. JM Fegert (Universität Ulm)

PD Dr. med. Isabel Boege (ZfP Südwürttemberg)

Dr. med. Alexander Naumann (Ruppiner Kliniken)

Prof. Dr. med. Michael Kölch (Klinik Lüneburg)

Kooperationspartner:

Als Konsortialpartner: CSG , Berlin – Dr. Marc Kurepkat

Zur Datenauswertung: IGES, Berlin – Hans-Dieter Nolting

Projektzeitraum:

15.09.2017-14.09.2020

Finanzierung:

Innovationsfonds des G-BA

Seiten-Adresse: https://www.telemedbw.de/de/projekte/continuum-of-care-school/