Digitalisierte Bildverarbeitung beim akuten Schlaganfall in einem überregionalen Klinikverbund

Glossar

  • Radiologie ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Anwendung von Strahlen (z.B. Röntgenstrahlen, Gammastrahlung, Elektronen) zu diagnostischen, therapeutischen und wissenschaftlichen Zwecken befasst.
  • Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Körperinneren. Dabei werden Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen gemacht und anschließend rechnerbasiert ausgewertet, um ein dreidimensionales Bild zu erhalten.
  • Die Neurologie ist ein Teilgebiet der Medizin und befasst sich mit den Erkrankungen des Nervensystems.
  • Magnetresonanztomografie (MRT) oder auch Kernspintomografie ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Körperinneren. Die MRT beruht auf der Nutzung magnetischer Felder und erlaubt die Erzeugung sehr genauer Schnittbilder des menschlichen Körpers.

Projektbeschreibung:

Bei der Behandlung eines Schlaganfalles zählt jede Minute, da minderdurchblutetes Hirngewebe zeitabhängig untergeht. Neben der klinischen Untersuchung spielt die Bildgebung (sowohl CT als auch MRT) die entscheidende Rolle. Sie ist wichtig, um zu entscheiden, ob eine i.v. Thrombolyse-Therapie eingeleitet werden soll, ob das verschlossene Gefäß mechanisch mittels Thrombektomie wiedereröffnet werden kann oder ob eine Behandlung kontraindiziert ist. Obwohl in groß angelegten Studien der letzten Jahre gezeigt wurde, dass mit geeigneten Bildverarbeitungsmethoden die Patientenselektion verbessert und damit Behandlungserfolge gesteigert werden konnten, werden diese in der klinischen Routine nur unzureichend eingesetzt. Speziell die Versorgung von ländlichen Regionen ist in dieser Hinsicht äußerst mangelhaft.

Die Lösung dieser Probleme liegt in der Integration einer voll automatisierten Auswerte-Software in einen teleradiologisch vernetzten Verbund, bei dem die Bilder in der peripheren Klinik mit standardisierten Protokollen erstellt und dann zur Auswertung an die zentrale Klinik geschickt werden, in der letztlich die Behandlung in Form der mechanischen Thrombektomie erfolgt. Dadurch ist speziell in entlegenen Regionen mit kleineren Kliniken eine Verbesserung der Patientenversorgung zu erwarten, indem die für eine Thrombektomie geeigneten Patienten rascher verlegt werden und nicht geeignete Patienten in der primär aufnehmenden Klinik verbleiben.

Medizinische Fachrichtung:

Radiologie, Neurologie

Ziel des Projektes:

Ziel ist, die bildgebende Diagnostik beim akuten Schlaganfall innerhalb eines telemedizinischen Verbundes zu vereinheitlichen sowie die Auswertung der Bilddaten untersucherunabhängig durchzuführen und dadurch die Therapie zu beschleunigen.

Zielgruppe:

Stroke-Units bzw. Schlaganfallnetzwerke 

Projektleitung:

Dr. Karl Egger, Klinik für Neuroradiologie, Universitätsklinikum Freiburg

Kooperationspartner:

Klinik für Radiologie, Abteilung für Medizinphysik, UK Freiburg; Klinik für Neurologie UK Freiburg, Klinikrechenzentrum UK Freiburg; mbits GmbH Heidelberg

Projektzeitraum:

01.01.2018 – 31.12.2020

Finanzierung:

Projektförderung im Bereich Digitalisierung in Medizin und Pflege 2017 des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg

 

Seiten-Adresse: https://www.telemedbw.de/de/projekte/digitalisierte-bildverarbeitung-beim-akuten-schlaganfall-in-einem-ueberregionalen-klinikverbund/