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ALB FILS KLINIKEN – Digitalisierung schafft Sicherheit

Mithilfe der Digitalisierung möchten die ALB FILS KLINIKEN aus Göppingen Medizin und Pflege innovativer gestalten. Davon profitieren sowohl Patienten als auch Ärzte und Pflegepersonal. Dank des E-Portals haben zum Beispiel niedergelassene Ärzte nach einer Freigabe unmittelbar Zugriff auf die Unterlagen ihrer Patienten. Die Behandlung der Patienten wird damit erleichtert und verbessert.

Ein Krankenhaus zu digitalisieren ist keine leichte Aufgabe. So gibt es viel zu bedenken, bei der Interoperabilität sowie der Daten- und Patientensicherheit. Doch Krankenhäuser nicht zu digitalisieren, ist für Dr. Ingo Hüttner, Medizinischer Geschäftsführer und Vorsitzender der Geschäftsführung der ALB FILS KLINIKEN GmbH, völlig undenkbar. Denn Digitalisierung erhöht die Sicherheit für den Patienten und erleichtert die Arbeit der Ärzte und des pflegenden Personals in vielen verschiedenen Bereichen eines Krankenhauses. „Der erste Schritt ist schon, dass wir von der Handschrift wegkommen“, erklärt Dr. Ingo Hüttner. Denn eine unleserliche Schrift hätte schon zu vielen Missverständnissen geführt. Im Krankenhausinformationssystem (KIS) der ALB FILS KLINIKEN, die eine Klinik in Göppingen und eine in Geislingen haben, gibt es daher feste Datenfelder, in die das Personal Informationen eintragen kann. Wichtige Funktionen übernimmt das KIS auch im Bereich der Medikamente. So können Ärzte, die ein Medikament verschreiben möchten, nur aus zur Verfügung stehenden Wirkstoffen in einer entsprechenden Dosierung auswählen. 

Digitale Patientenakte

Dr. Ingo Hüttner ist Medizinischer Geschäftsführer und Vorsitzender der Geschäftsführung der ALB FILS KLINIKEN GmbH © Alexander Beck

„Egal ob Urologe, Radiologe oder Internist“, erklärt Hüttner, „alle können parallel an Prozessen arbeiten, denn sie haben gleichzeitig Zugriff aus jeder Abteilung der Klinik auf die hausinterne digitale Patientenakte.“ Dadurch wird die Arbeit effizienter und geordneter. Denn es können sowohl die aktuellen Verordnungen des behandelnden Arztes als auch die von vorherigen Aufenthalten eingesehen werden. Frühere Patientenakten wurden gescannt und in das System eingepflegt. Heute kann die digitale Akte mit einer Texterkennungs-Software durchsucht werden. Zum Beispiel um zu sehen, ob der Patient bereits früher auf eine bestimmte Krankheit untersucht wurde. „Dadurch, dass auf die Daten an allen Stellen der Kliniken und auch aus dem Homeoffice von Ärzten zugegriffen werden kann, wird eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht und ein Arzt kann sich bei einem Kollegen auch unkompliziert einen Expertenrat holen“, sagt Hüttner. Mit dem sogenannten E-Portal können auch mit den Kliniken kooperierende Ärzte auf die Daten ihrer Patienten zugreifen. Selbstverständlich bleibt der Patient Herr seiner Daten. Damit der niedergelassene Arzt Leserechte erhält, werden die Daten durch den Patienten freigegeben. Etwa 50 Arztpraxen aus der Umgebung hätten mittlerweile Zugriff auf die Daten ihrer Patienten, so Hüttner. Und die Rückmeldungen der Niedergelassenen seien positiv. Denn der Vorteil für den weiterbehandelnden Arzt ist groß, kann er doch, schon bevor der Patient in der Arztpraxis erscheint, einen Einblick in die Behandlung in der Klinik bekommen und ist besser auf das Gespräch mit dem Patienten vorbereitet.

Patienten sind mitverantwortlich für ihre Daten

Als Patient kommt man mit der Digitalisierung schon bei der Patientenaufnahme in Kontakt, denn die Daten werden natürlich ins System eingepflegt. Die Patienten der ALB FILS KLINIKEN bekommen sowohl an der Klinik am Eichert in Göppingen als auch in der Helfenstein Klinik in Geislingen im Anschluss ein Patientenarmband, das nach einem Scan die Informationen über den Patienten bereithält. Auch die Anamnese und viele Visiten finden mithilfe eines Tablets statt. Am Beispiel der Patientenarmbänder erläutert Hüttner, dass mit der Digitalisierung aber auch eine Verantwortung auf den Patienten zukomme. Denn der Patient müsse seine Daten ebenfalls schützen. „Patientenarmbänder, die wir vor der Klinik im Papierkorb finden, tragen nicht zum Schutz der eigenen Daten bei“, so der Medizinische Geschäftsführer. Die ALB FILS KLINIKEN schreddern die Armbänder nachdem der Patient entlassen wurde, damit keine Daten nach außen gelangen.

Datensicherheit ist gewährleistet

Doch Digitalisierung erfordert auch immer ein hohes Sicherheitsniveau. Und selbstverständlich wird das System der ALB FILS KLINIKEN von einer Firewall geschützt. Auch E-Mail-Anhänge werden routinemäßig überprüft und USB-Ports sind innerhalb der Klinik nur nach einer Freigabe verwendbar. „Dennoch“, sagt Hüttner, „eine 100-prozentige-Sicherheit gegen Viren und Hacker gibt es nicht.“ Um die eigenen Sicherheitsmaßnahmen beurteilen zu können, haben die ALB FILS KLINIKEN daher an einem Datensicherheitsaudit teilgenommen, bei dem unter anderem ein Angriff von außen simuliert wird.

Digitalisierung unterstützt Krankenpflege

Auch im OP-Bereich ist Digitalisierung sinnvoll und unterstützt Ärzte und Pflegepersonal. © Tobias Fröhner

Auch für das Pflegepersonal bringt die Digitalisierung zahlreiche Erleichterungen. So werden etwa Blutdruckmessungen direkt elektronisch ins KIS übernommen. „Digitale Dokumentation ist auch für die Mitarbeiterakquise von großer Bedeutung“, berichtet der Geschäftsführer. Die jungen Menschen, die heute eine Ausbildung bzw. ein Studium zur Pflegekraft beginnen, würden solche Techniken erwarten und auch gut damit umgehen können. Dazu gehört auch, dass ein Teil der Tätigkeiten durch Roboter unterstützt wird, wie zum Beispiel einen Patienten aus dem Bett zu heben. „Damit man den Beruf auch viele Jahre ausüben kann“, erklärt Hüttner. Um der Weiterentwicklung von Medizin und Pflege gerecht zu werden, baut die ALB FILS KLINIKEN GmbH gemeinsam mit dem Landkreis Göppingen und Förderung des Landes Baden-Württemberg den Neubau der Klinik am Eichert in Göppingen. Die ALB FILS KLINIKEN sind auch an einem Modellprojekt für die Teleneurologie gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg beteiligt. „In dem Pilotprojekt werden Schlaganfallpatienten aus der Region durch die Ärzte aus Freiburg mitbehandelt“, erklärt Hüttner. Der Neurologe aus Freiburg schaut sich dabei den Patienten und dessen Ergebnisse der bildgebenden Verfahren wie MRT und CT an und stellt daraufhin eine Diagnose. Das System wird es laut Hüttner in Zukunft auch in weiteren Fachbereichen geben. So wäre ein Einsatz der Telepathologie denkbar, bei der Experten den Befund auf Basis der zur Verfügung gestellten Bilder erstellen. Das Mikroskop, mit dem die Gewebeprobe untersucht wird, könne ebenfalls ferngesteuert werden. In solchen Anwendungen sieht der medizinische Geschäftsführer die Zukunft für das moderne Krankenhaus.

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