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Ein Tag ganz im Zeichen der Interoperabilität

Rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Selbstverwaltung und Wirtschaft kamen am 23. Oktober zur vierten Ausgabe des Deutschen Interoperabilitätstags zusammen. Diskutiert wurden sowohl aktuell notwendige Entwicklungen, als auch bereits funktionierende Lösungen.

Diskussionsrunde auf dem 4. Deutschen Interoperabilitätstag in Berlin © ZTG

Eines der bestimmenden Themen des diesjährigen Interoperabilitätstag war die elektronische Patientenakte (ePA), die ab Januar 2021 an den Start gehen soll. So betonte schon Dr. Hans Unterhuber von der SBK Siemens Betriebskrankenkasse in der einführenden Keynote, wie wichtig eine Einigung bei dem Thema ist, schließlich gebe es noch viele offene Fragen. In Richtung gematik verwies er auf die wichtige Aufgabe, die Bedürfnisse von Nutzern, also Leistungserbringern und Patientinnen und Patienten, stets im Auge zu behalten. Wie eine umfassende Interoperabilität hergestellt werden kann, war Thema der anschließenden Diskussionsrunde. Credo war dabei: An internationalen Standards und Profilen führt kein Weg vorbei.

Welche Rolle die gematik beim Thema Interoperabilität spielen soll, stellte Steffen Hennecke in seinem Vortrag vor. Demnach sieht sich die gematik als Koordinationsinstanz für das Thema und will erste Anlaufstelle werden – unterstützt durch ein transparentes Wissensportal (Weiterentwicklung von vesta). Die entsprechende Verbindlichkeit solle durch einen E-Health-Rat geschaffen werden. Damit greift die gematik auf eine Idee zurück, die schon die Interoperabilitätsstudie aufgeworfen hatte. Alle Interessenten lud Hennecke zum Stakeholder-Workshop am 10. Dezember 2019 ein, bei dem gemeinsam Rollen und Prozesse für den E-Health-Rat erarbeitet werden sollen.

Der anschließende Themenblock stand ganz im Zeichen der Praxis. Anhand von Beispielen wie der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) oder dem Umgang mit Labordaten zeigten die verschiedenen Vortragenden, wo Anwendungen bereits mit internationalen Standards umgesetzt wurden und schon erfolgreich im Einsatz sind. Wie es speziell in Sachen ePA weitergeht, diskutierten die Expertinnen und Experten der letzten Fachsession des Tages. Dabei war man sich relativ einig, dass zum Start 2021 ePA-Lösungen für alle gesetzlich Versicherten verfügbar sein werden. Fraglich sei hingegen, wie groß der Nutzen für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte sein wird. Dabei sei gerade der erlebbare Mehrwert erfolgsentscheidend. Den Ausklang des Abends und das anschließende Networking leitete schließlich Dr. med. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer der gematik, mit einer Keynote ein.

Veranstalter des DIT waren der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V., HL7 Deutschland e.V, IHE-Deutschland e.V., der Spitzenverband IT-Standards im Gesundheitswesen (SITiG e.V.) und das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin. Auch in diesem Jahr fand der DIT in Kombination mit der HL7/IHE-Jahrestagung und begleitenden Tutorials (24. und 25. Oktober 2019) statt.

Seiten-Adresse: https://www.telemedbw.de/fachartikel/ein-tag-ganz-im-zeichen-der-interoperabilitaet