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Förderung

Innovationsausschuss zieht erste Bilanz

Knapp ein Jahr nach seiner Konstituierung zieht der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Bilanz. Die für das Förderjahr 2016 zur Verfügung stehenden 300 Millionen Euro können vollständig in die Förderung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland fließen.

Dank dem Projekt "Erweiterte koordinierte ärztliche Pflegeheimversorgung" könnten in Zukunft unnötige Krankentransporte reduziert werden. © CC0 Public Domain / Pixabay

Knapp ein Jahr nach seiner Konstituierung zieht der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Bilanz. Seit Veröffentlichung der Förderbekanntmachungen zu den neuen Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung im April dieses Jahres gingen insgesamt knapp 700 Förderanträge mit einem Gesamtantragsvolumen von 1,7 Milliarden Euro in der Geschäftsstelle des Innovationsausschusses ein. Als Ergebnis eines intensiven Beratungs- und Auswahlverfahrens wurden die Förderung von 29 Projekten zur ersten Welle der neuen Versorgungsformen und 62 Projekten zur Versorgungsforschung beschlossen und damit eine ausgewogene Verteilung auf alle ausgeschriebenen Themenfelder erreicht. Die für das Förderjahr 2016 zur Verfügung stehenden 300 Millionen Euro können somit vollständig in die Förderung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland fließen.

„Wir freuen uns, die Öffentlichkeit nach Ablauf dieses sehr eng getakteten Jahres nun detaillierter informieren zu können. Die Vielzahl der eingereichten Anträge spiegelt nicht nur das große Interesse am Innovationsfonds wider, sondern begründet zudem den großen Beratungs- und damit auch Zeitaufwand, den die intensiven Auswahlprozesse und das Einholen von Expertise mit sich bringen“, sagte der Vorsitzender des Innovationsausschusses, Prof. Josef Hecken, „an dieser Stelle mein ganz herzlicher Dank an den Expertenbeirat und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Innovationsausschusses, die alle zu dieser Erfolgsbilanz beigetragen haben.“

Von den insgesamt 120 eingereichten Anträgen zur ersten Förderwelle im Bereich der neuen Versorgungsformen entschied der Innovationsausschuss bereits im Oktober über die Förderung von 24 Projekten aus den themenspezifischen Bereichen und 5 Projekten aus dem themenoffenen Bereich. Eine Übersicht ist auf der Website des Innovationsausschusses veröffentlicht.

Im Januar 2017 wird die Bekanntgabe der geförderten Projekte zur Versorgungsforschung folgen. Die Förderentscheidungen zur zweiten Welle der neuen Versorgungsformen sowie die Veröffentlichung weiterer Förderbekanntmachungen sind für das Frühjahr 2017 vorgesehen.


Ergänzung durch BIOPRO

Geförderte Projekte aus Baden-Württemberg

Auch Antragsteller und Konsortialpartner aus Baden-Württemberg erhielten eine positive Rückmeldung des Innovationsausschusses. So konnte Prof. Dr. med. Stefanie Joos vom Universitätsklinikum Tübingen (UKT) mit ihren Konsortialpartnern die Förderung für das Projekt „Implementierung teledermatologischer Konsile in die hausärztliche Versorgung“ im Themenfeld „Telemedizin, Telematik und E-Health“ gewinnen. Ziel des Projekts ist es, die Versorgung von Patienten mit dermatologischen Beschwerden zu verbessern, indem innerhalb der hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg ein teledermatologisches Konsilsystem eingesetzt wird.

Die Konsortialpartner für das Projekt sind: Universitätsklinikum Tübingen, AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, KSYOS Health Management Research b.v., Universität München, Hochschule Reutlingen, AOK Baden-Württemberg

Pflege verbessern

Mit dem Projekttitel „Erweiterte koordinierte ärztliche Pflegeheimversorgung“ punktete die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (Antragsteller: Ass. jur. Rüdiger Kucher) mit ihren Konsortialpartnern im Themenfeld „Pflegebedürftige“. Ziel des Projekts ist es, die koordinierte ärztliche Pflegeheimversorgung zu verbessern und dabei Schnittstellen zwischen Pflege und Ärzten zu optimieren. So können zum Beispiel vermeidbare Krankenhauseinweisungen und Krankentransporte reduziert werden.

Die Konsortialpartner für das Projekt sind: Universität Freiburg, nubedian GmbH, AOK Baden-Württemberg, vdek, IKK classic, Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, BKK Landesverband Süd, SVLFG als Landwirtschaftliche Krankenkasse

Seltene Krankheiten schneller erkennen

Als Konsortialpartner sind auch die Universität Heidelberg und das Universitätsklinikum Tübingen an der ersten Förderwelle beteiligt. Im Projekt „Verbesserung der Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen durch Umsetzung von im nationalen Aktionsplan (NAMSE) konsentierten Maßnahmen“ im Themenfeld „Seltene Erkrankungen“ wollen sie gemeinsam mit der Charité Universitätsmedizin Berlin (Antragsteller Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich) und weiteren Konsortialpartnern aus ganz Deutschland eine schnellere Diagnose sowie eine höhere Effizienz und Qualität der Versorgung bei seltenen Krankheiten ermöglichen.

Die Konsortialpartner für das Projekt sind: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Universitätsklinikum Lübeck, Universitätsklinikum Tübingen, Universitätsklinikum Heidelberg, Universitätsklinikum München, Universität Dresden, Universitätsklinikum Bonn, Universitätsklinikum Essen, Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen, AOK Nordost, BARMER GEK, Berlin School of Public Health

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