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Start-ups

KTBW gibt Feedback für innovative Geschäftsideen

Im Markt für digitale Technologien in der Gesundheitswirtschaft ist sehr viel Bewegung. Interessante Start-ups tüfteln an neuen Ideen und Geschäftsmodellen. Zwölf davon erhielten im April 2017 die Chance, diese neuen Ideen im Rahmen einer eHealth Roadshow zu präsentieren. Professor Dr. Gerald Weisser war Mitglied des Expertenkomitees.

Prof. Dr. Gerald Weisser, Projektleiter der KTBW © Universitätsmedizin Mannheim

Auf der Medtec Europe in Stuttgart treffen sich jedes Jahr zahlreiche Medizintechnik-Unternehmen, um ihre neusten Innovationen zu präsentieren. In diesem Jahr war auch die durch die EU geförderte Initiative „eHealth HUB“ (The European Hub for eHealth Business Support) organsierte eHealth Roadshow Teil der Fachmesse. Für die Roadshow konnten sich bis Anfang März 2017 Unternehmen mit ihren „digital health solutions“ bewerben. Zwölf der Unternehmen, unter anderem aus Deutschland, Italien, Großbritanien und der Schweiz, wurden eingeladen, auf der Roadshow am 6. April 2017 ihre Ideen einem Expertenkomitee zu präsentieren. Diesem gehörte auch Professor Dr. Gerald Weisser von der Koordinierungsstelle für Telemedizin in Baden-Württemberg (KTBW) an.

Die Roadshow ist Teil der durch die Europäische Union geförderten Initiative „eHealth Hub“. Das Konsortium, bei dem unter anderem die engage Key Technology Ventures AG und die inno AG aus Karlsruhe sowie die Steinbeis 2i GmbH aus Stuttgart als Partner mitwirken, will Interessensgruppen und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus dem Bereich der digitalen Gesundheitsindustrie fördern, indem zum Beispiel bei der Erstellung der Geschäftsmodelle und Kommerzialisierung der Produkte unterstützt wird. Ziel der Initiative ist es, Partnerschaften zwischen europäischen KMUs, Investoren, eHealth-Netzwerken und Gesundheitsorganisationen zu schaffen und so ein Wachstum der Branche zu erreichen.

eHealth-Lösungen werden immer vielversprechender

„Es haben sich Start-ups mit ganz unterschiedlichen Lösungen präsentiert. Angefangen von Wunddokumentations-Apps bis hin zur Digitalisierung von Herztönen. Die Schnelllebigkeit im Bereich digital health solution ist enorm, ein gnadenloser Konkurrenzkampf. Nur die am besten aufgestellten Start-ups mit dem richtigen Businessplan, Investoren, Netzwerk und starken Partnern werden sich durchsetzen können. Generell werden die Lösungen immer vielversprechender und haben das Potenzial, irgendwann in die Regelversorgung integriert werden zu können“, erklärte Weisser nach der Show. Auf die 5-minütigen Pitch-Präsentationen folgte eine Frage-Antwort-Runde, bei der das Komitee den Unternehmen Rückmeldungen bezüglich Umsetzbarkeit und Machbarkeit, Finanzierungsmodell und Weiterentwicklungspotenzial ihrer Ideen gab.

„Besonders gefallen hat mir das italienische Unternehmen ARCON srls. Das Start-up-Unternehmen präsentierte eine Lösung, mit der Herztöne von Patienten digitalisiert werden können. Die Lösung besteht aus einem kleinen Übertragungsgerät und einer speziellen App, die auf mobile Endgeräte installiert wird. Das Gerät, das an das übliche Stethoskop gehängt wird, überträgt die Herztöne des Patienten auf das entsprechende mobile Endgerät mit der dafür vorgesehenen installierten App. Das Gerät kommuniziert mit der App über Bluetooth. Anschließend können die Herztöne über die App auf dem mobilen Endgerät abgespielt werden. Besonders interessant ist unter anderem diese Lösung für Medizinstudenten. Gesunde oder auffällige Aufnahmen von Herztönen können den Studenten vorgespielt werden und als Fallbeispiele dienen. Diese Idee hat enormes Potenzial und wird sich sicherlich für die Zukunft durchsetzen können“, erklärt Weisser.

Expertenjury für eHealth-Innovationen

Das Komitee setzte sich aus Experten rund um das Thema eHealth zusammen. Dem Komitee gehörten neben Weisser als Vertreter der KTBW auch Dr. Volker Lodwig (Roche Diagnostics), Dr. Rainer Günzler (Hahn-Schickard), Eva-Maria Gottmann (EIT Health [European Institute of Technology]), Yvonne Glienke (Medical Mountains AG), Dr. Erich Odermatt (Aesculap AG) sowie Rainer Ziegler (Teva Pharmaceutical Industries) an.

Folgende Unternehmen konnten ihre Ideen präsentieren:

  • imaginary srl
  • imito AG
  • H&S QUALITA’ NEL SOFTWARE SPA
  • INTACT
  • ARCON srls
  • Komed Health
  • Thomson Screening Solutions Ltd.
  • Monitor CR sp. z o.o.
  • MCS Data Labs
  • Optiprevent GmbH
  • healthcare Consulting gmbh
  • INNOVITAS VITAE S.R.L.

Über die KTBW:

Die Koordinierungsstelle für Telemedizin in Baden-Württemberg (kurz: KTBW) ist seit 2015 der zentrale Ansprechpartner für alle Belange der Telemedizin im Land. Durch kompetente Information und Beratung wird die sektorenübergreifende Vernetzung aller Akteure vorangetrieben, um die telemedizinische Versorgung in Baden-Württemberg nachhaltig zu verbessern.

Seiten-Adresse: https://www.telemedbw.de/fachartikel/ktbw-gibt-feedback-fuer-innovative-geschaeftsideen